#NIMIUS

"Ich schreib' dir ein Ticket."

Anmerkung: Maren ist Praktikantin bei uns und interessiert sich für den Beruf des Kommunikationsdesigners. Sie hat die letzten drei Wochen einiges gelernt und erfahren. Ihre Aufgabe war es uns, aus der Sicht eines Praktikanten, Fragen zu stellen.

Ehm, wie war das gleich? Die Welt eines Web Developers, Front-End Entwicklers oder eines Screen- und Webdesigners kann für Außenstehende ziemlich unverständlich und kompliziert sein. Aber man muss sich ja nicht groß darum kümmern, wie genau nun die in Auftrag gegebene Webseite zustande kommt. Abgesehen vom Design (bei welchem man schließlich mitsprechen kann und vielleicht auch sollte) muss man keine weiteren Gedanken daran verschwenden, wie nun genau ein Objekt reagiert, fährt man mit der Maus darüber. Doch als Praktikantin will ich schon genauer wissen, was es bedeutet eine Webseite zu kreieren und welcher Prozess dabei vonstatten geht.

Zu Beginn der vier Wochen bei NIMIUS stellten Sätze wie "Kann ich schon pushen?" , "Hast du dran gedacht zu committen?" oder "Ich schreib' dir ein Ticket." völlige Rätsel für mich dar. Einzig und allein von Photoshop und Illustrator hatte ich bereits gehört und selber schon mit gearbeitet.

Diese "Programmier-Sprache" kann man beim besten Willen nicht einfach so verstehen, da muss man schon einmal genauer nachfragen. Und das hab' ich gemacht. Hier könnt ihr lesen, zu welchen Erkenntnissen ich dabei gelangt bin.

Zuerst einmal, was genau bedeutet eigentlich HTML?

HTML steht für Hyper Text Markup Language und ist simpel ausgedrückt eine Seitenbeschreibungssprache - sozusagen eine Vorgabe (Sprache) zum Aufbau einer Webseite. Also, wo welche Elemente angebracht werden, wie z.B. die Navigationsleiste oder ein Bild. Wichtig anzumerken ist, dass HTML keine Programmiersprache ist. Zum Gestalten nutzt man dabei CSS und LESS. CSS steht für Cascading Style Sheets und ist eine Sprache zum Stylen der HTML-Dokumente, LESS ist eine Vereinfachung von CSS, mit der man z.B. vereinfachende Variablen für Farben setzen kann, die später wieder in eine CSS-Datei umgewandelt werden.

Was hat es mit "pushen" und "pullen" auf sich?

Dieses ganze "Pushen","Pullen" und "Committen" kommt von Git - ein Programm zum Verwalten von Versionen, mit welchem man genau erkennt, wer im Büro wann, was und wo gemacht hat. Mithilfe von Git kann man quasi die ganze Historie eines Projekts nachvollziehen. Dabei bedeutet "pushen", dass man Änderungen auf den Server geschoben hat und "pullen", dass man jene Änderungen vom Server zieht. Ein "Commit" ist eine Zusammenfassung von Push-Informationen, welche freigeschaltet und eingepflegt werden.

Nun ja, und was sind TYPO3, Magento und Wordpress?

Kurz gefasst sind diese drei Programme "Grundlagen" für Webseiten, Internetshops und Blogs. Sie dienen jeweils der Verwaltung und bringen spezielle Funktionen zur Bearbeitung mit sich, die das Ganze (auch für Laien) vereinfachen.

TYPO3 ist ein Content Management System (kurz: CMS) zur Erstellung, Bearbeitung und Organisation von Inhalten. Dadurch wird auch dem Kunden ermöglicht, seine Webseite zu bearbeiten und Inhalte, wie Texte oder Bilder, einzupflegen. Geregelt wird der Zugriff über ein Benutzerkonto. An Layout, Schriften und manchen Seiten darf der Kunde jedoch nicht werkeln. Für was genau der Zugriff gewährt wird, bestimmen die Entwickler.

Magento dient der Erstellung von Webshops und bringt einige nützliche Funktionen mit sich, wie auch bei TYPO3. Benutzerdaten werden auf einer zugriffsbeschränkten Datenbank hinterlegt und Passwörter so abstrahiert, dass keine Identifikation und ein daraus folgender Zugriff auf das Kundenkonto möglich ist.

Wordpress ist ein System für Blogs, wie Magento für Shops und TYPO3 für Webseiten. Es ermöglicht Inhalte zu koordinieren (z.B. einer gewissen Kategorie zuzuordnen) und den Aufbau des Blogs zu gestalten.

Und wie steht's um sozusagen "halbfertige" Webseiten? Wer kann einen Blick darauf erhaschen, ohne bei der Entwicklung mitzuwirken?

Es gibt dabei zwei Varianten; entweder die Seite wird live bearbeitet oder eben nicht. Eine live-Bearbeitung ermöglicht es, die Webseite, wie jede andere Seite im Internet, aufzurufen (sofern man über den Link informiert ist) - dies ist vor allem interessant für den Kunden. Bringt somit jedoch, wie ich finde, einige Nachteile mit sich. Die andere Variante, die Seite offline zu erstellen, gewährt nur den Entwicklern einen Blick darauf. Sollten die Kunden aber trotzdem auf dem neuesten Stand der Dinge gehalten werden, so ist es möglich ihnen eine persönliche IP-Adresse zuzuweisen, mit welcher sie auf die Seite zugreifen können. Wie es gehandhabt wird, entscheidet jede Agentur für sich selbst, NIMIUS arbeitet mit der zweiten Variante ;-).

In den knapp vier Wochen, die ich nun schon hier bin (leider ist diese Woche bereits die letzte...) habe ich Einiges darüber gelernt, was es heißt eine Webseite zu gestalten und mit was für einem riesigen Prozess das Ganze verbunden ist. Meine HTML-Erfahrungen beschränken sich lediglich auf einen Tag, also kann ich hier nicht so ganz ins Detail gehen, sondern nur anmerken, dass es für jemanden wie mich (ich hatte keinen Informatik-Unterricht in der Schule) komplettes Neuland ist und dementsprechend doch etwas kompliziert. Wobei mir gesagt wurde: "das ist viel schwieriger, als es aussieht". Oder wie war das noch mal (Nickis falscher Versprecher)?! Ich habe eher das Designen im Fokus behalten und mich an die Gestaltung einer Webseite ran gewagt. Gelernt habe ich dabei, dass das was am Ende raus kommt,- ich glaube - im seltensten Fall etwas mit den ersten Entwürfen zu tun hat. Waren meine anfänglichen Ideen geprägt von einer Navigation bestehend aus Kreisen und Buttons mit runden Ecken, bin ich nun bei nur eckigen Formen angelangt. Auch das mit der "Farbfindung" war viel schwieriger als gedacht. Gefühlte 200 verschiedene Kombinationen von unterschiedlichen Grün- bis Grün-Türkis-Tönen hatte ich ausprobiert, bis eine zufriedenstellende Variante gefunden war.

Die Zeit, die gebraucht wird, eine Webseite zu gestalten und anschließend zu programmieren, wird schnell unterschätzt. Durchschnittlich benötigt werden etwa drei Monate für eine "einfache" Seite. Man kann sich kaum vorstellen, was man für einen kreativen Prozess durchlebt, während man etwas designt und erstellt. Und welche Geduld man aufbringen muss. Abgesehen davon muss natürlich auch der Kunde am Ende zufrieden sein. Also, ich ziehe meinen Hut vor allen Programmierern und Designern! :-)